‚vote blanc‘, ungültig wählen, Wahlboykott Alternativen zum ´Kreuz an der richtigen Stelle´

Vortrag 08.09.2017 20.00 Uhr Bielefeld

Nicht wählen, ungültig stimmen, nach wahlpolitischen Alternativen suchen, das „kleinere Übel” wählen, herkömmliche Wahlen durch Losziehverfahren ersetzen…?

Diverse (vermeintliche) Alternativen zur Stimmabgabe für die klassischen bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien wurden in den vergangenen Jahren in Frankreich intensiv diskutiert. Vorschläge wie z.B. Losziehverfahren zur Bestimmung politischer Repräsentation und die offene Suche nach radikal- oder basisdemokratischen Ansätzen mischten sich dabei beständig. Manche dieser Vorschläge wurden, sei es ernsthaft oder zum Schein, auch durch politisch links stehende Parteien übernommen.

Ein durch die damalige sozialdemokratisch-grüne Regierung eingeführtes Gesetz von Anfang 2014 regelt, dass vote blanc (ungültige Stimmen) offiziell als eine Wahlhandlung anzuerkennen sind. Allerdings ist die gefundene „Lösung” nach Auffassung quasi aller, die nach Alternativen zu den herkömmlichen Parteien suchen, absolut unbefriedigend. Denn die ungültigen Stimmen werden zwar mitgezählt, wenn die Wahlbeteiligung berechnet wird – nicht jedoch, wenn die Prozentanteile der Parteien/Listen kalkuliert werden. Jüngst forderte die Wahlplattform des Linksnationalisten und Linkssozialdemokraten Jean-Luc Mélenchon, La France insoumise (ungefähr: „Das aufsässige Frankreich”) eine offizielle Anerkennung der ungültig abgegebenen Stimmen und ihre Berücksichtigung im Gesamtwahlergebnis, allerdings bei gleichzeitiger Befürwortung der Einführung einer „Wahlpflicht”.

Bernard Schmid gibt einen Überblick über die Wahlboykott-Kampagne in Frankreich und skizziert Handlungsmöglichkeiten mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2017.

Bernard Schmid lebt und arbeitetet in Paris und ist als freier Journalist und Autor tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die extreme Rechte in Frankreich und Europa, Algerien und das französischsprachige Afrika, Gewerkschaften und soziale Bewegungen in Frankreich.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld

Mobiveranstaltung zu den Gegenaktivitäten gegen den „Marsch für das Leben“ am 16.09. in Berlin

Freitag, 01.09.17 – 22.00 im AJZ – Heeperstr. 132, Bielefeld What the fuck!

Aus dem Aufruf des What the fuck Bündnis:

„Marsch für das Leben“? – What the fuck!
Abtreibungen legalisieren – Weg mit Paragraph 218!
Für den 16. September 2017 mobilisieren „Lebensschützer“ zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Wir rufen zu Protesten gegen den „Marsch“ auf. Letztes Jahr kamen 5.000 Menschen zusammen, die für ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen auf die Straße gingen und ihr christlich-fundamentalistisches Weltbild zelebrierten. „Lebensschützer“ wollen Abtreibungen verbieten, hetzen gegen queere Menschen und wollen die heterosexuelle Familie als wichtigste Stütze der Gesellschaft halten …

Unsere Antwort: Demonstrieren, Sabotieren!
Für eine befreite, emanzipatorische Gesellschaft!
Gegen christlichen Fundamentalismus und reaktionäre Ideen!“
Ihr wollt mehr wissen? Dann kommt zur Veranstaltung!

Veranstaltet von Akzent_in in Kooperation mit dem Fem*Ref des AstA der Uni Bielefeld

Im Anschluss: GENDER FUCK PARTY

Ausbeutung und Zerstörung als never ending story

Vortrag und Diskussion
AJZ Bielefeld 03.05.2017 19.00 Uhr

Zu den strukturellen Hintergründen von Flucht und Migration aus Afrika

Spätestens seit Geflüchtete und Migrant_innen im langen Sommer der Migration(2015) das europäische Grenzregime vorübergehend aus den Angeln ehoben haben, ist seitens der EU-Regierungen viel von “Fluchtursachen” die Rede. Diese müssten “bekämpft” werden, denn nur so seien die Probleme wirklich an der Wurzel zu fassen. Das klingt vernünftig, ist aber aus dem Munde der offiziellen Politik grotesk, bisweilen auch heuchlerisch. Denn die EU präsentiert sich erne als Feuerwehr, wo sie doch selbst allzu häufig als Brandstifterin agiert – gerade in zahlreichen Ländern Afrikas. Die Menschen kommen nicht aus Abenteuerlust, sondern weil ihre Existenzgrundlagen zerstört werden – ob durch Ressourcenkonflikte, Landgrabbing, ungleiche Handelsbeziehungen oder verschuldungsbedingte IWF-Strukturanpassungsprogramme. All dies ist Ergebnis politisch-ökonomischer Macht- und Dominanzverhältnisse, in denen Europa seit kolonialen Zeiten am Drücker sitzt, nicht selten im Wechselspiel mit korrupten, machtversessenen und undemokratischen Eliten im Süden des Globus. Dies und Anderes soll in der Veranstaltung thematisiert werden – einschließlich der Frage, wie wir von Europa aus mitsozialen Bewegungen in Afrika praktisch zusammen arbeiten können.

Olaf Bernau (No Lager Bremen) ist in dem transnationalen Netzwerk “Afrique-Europe-Interact” aktiv.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld

Liebe Geschichte

Film 05.04.2017 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Simone Bader und Jo Schmeiser richten den Blick auf die Nachwirkungen des Nationalsozialismus und der Shoah im Leben der weiblichen Nachkommen von Täter*innen und Mitläufer*innen.
Wie gehen Frauen in Österreich und Deutschland mit der Rolle ihrer Familie im Nationalsozialismus um? Was tun sie mit dem Wissen um deren Beteiligung an der Vernichtung der Juden und Jüdinnen? Wie setzen sie sich heute als Frauen und Feministinnen zu ihrer Familiengeschichte in Bezug? Welche ‘historischen’ Prägungen können sie an sich selbst beobachten – in ihren Beziehungen, in der Liebe und Sexualität, in ihrem politischen Engagement?
Dokumentarfilm, Österreich 2010, Regie Klub Zwei

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld

Kommunistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus !!!!!!!!!! FÄLLT AUS !!!!!!!!!!

!!! Da die Referentin kurzfristig erkrankt ist, muss die Veranstaltung an diesem Termin leider ausfallen. Wir bemühen uns um einen Ersatztermin!!!!

Vortrag 22.02.2017, 20:00 Uhr, AJZ Kino

Annemarie Müller, aktives Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. erzählt von der Geschichte ihrer 1908 und 1909 geborenen Eltern. Annemaries Eltern waren seit 1930 in der KPD in Hamburg aktiv und beteiligten sich bis zu ihrer Verhaftung im Jahr 1936 am kommunistischen Widerstand. Auch in der Zeit ihrer Inhaftierung in verschiedenen Zuchthäusern sowie den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen handelten sie nach ihren politischen Überzeugungen und leisteten Widerstand.
Annemarie Müller wird auch über die Zeit nach dem NS erzählen und davon berichten, wie sie sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Eltern gemacht hat und was diese für sie, für ihre eigene Kindheit und für ihr Leben bedeutet.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Bielefeld

Vortrag ¦ Kriminalisierung von Fluchthelfer*innen

Es gab Zeiten, da war die Tätigkeit der Fluchthilfe in der BRD durchaus sehr angesehen und einzelne Fluchthelfer*innen sind auch schon mal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Abschottung der EU ist der Begriff der Fluchthilfe durch den der “Schlepperei” ersetzt worden.
Die betreffenden Personen werden kriminalisiert und mit zum Teil äußerst drastischen Strafen verfolgt und die weitere Abschottung der EU wird mit dem Kampf gegen die “Schlepper” gerechtfertigt, wie z.B. die Militäroperation der EU im Mittelmeer. Über die Systematik und das Ausmaß der Verfolgung wird Harald Glöde (borderline-europe) auf der Veranstaltung berichten.

Donnerstag 26.01.17 | 20 Uhr | AJZ-Kino

[Mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld]

Spiel auf Zeit

Lesung 11.07.2016 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Wie steht es um die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Deutschland?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Nina Schulz und Elisabeth M. Urbitsch in ihrem neu erschienenen Buch ‘Spiel auf Zeit. NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung’.

Sie geben eindringliche Porträts ausgegrenzter NS-Verfolgter, die für unaufgearbeitete Verbrechen des NS stehen, deren Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung bis heute andauern. Wie Steht es um die Politik der Bundesregierung Deutschlands, die in der weltweiten öffentlichen Wahrnehmung als eine gelungene Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erscheint? Obwohl die Mehrheit der Verfolgten nie eine Entschädigung erhielten. Beide Autorinnen werden anwesend sein.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Bielefeld

Selbstbestimmte Norm. Feminismus, Pränataldiagnostik, Abtreibung

Lesung 03.07.2016 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Sollen Feministinnen jede Art von Abtreibung verteidigen? Können Entscheidungen überhaupt selbstbestimmt getroffen werden? Welche Art von Wissen entsteht durch pränatale Untersuchungen? Dienen sie der Vorsorge oder sind sie behindertenfeindlich?

Kirsten Achtelik lotet in ihrem Buch das Spannungsfeld zwischen den emanzipatorischen und systemerhaltenden Potenzialen des feministischen Konzepts “Selbstbestimmung” in Bezug auf Abtreibung aus. So mischt sie sich in die aktuellen feministischen Debatten um reproduktive Rechte ein, die mit den zunehmenden Aktivitäten und Demonstrationen von “Lebensschützern” wieder aufgeflammt sind.

Zugleich ist es ihr Anliegen, einer neuen Generation von Aktivistinnen und Aktivisten die Gemeinsamkeiten und Konflikte der Frauen- und Behindertenbewegung sowie die inhaltlichen Differenzen zwischen Frauen mit und ohne Behinderung verständlich zu machen. Vor allem aber stellt sich Achtelik der dringend zu klärenden Frage, wie ein nicht selektives und nicht individualisiertes Konzept von Selbstbestimmung gedacht und umgesetzt werden kann.

Neuigkeiten rund um das Buch finden sich auf facebook.com/selbstbestimmte.norm/

mit Unterstützung vom FemRef Bielefeld

Dabei Geblieben – Aktivist_innen erzählen vom Älterwerden und Weitermachen

Lesung 09.06.2016 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Seit Jahrzehnten ist die Linke in Deutschland vornehmlich eine Jugendbewegung. Spätestens mit Anfang 30 steigen die meisten aus. Was aber ist mit denen, die »dabei geblieben « sind? In 25 Interviews geht Rehzi Malzahn der Frage auf den Grund, was diejenigen Aktivist_innen bewegt, die auch mit Mitte 40, 50, 60 noch auf die Straße gehen, Aktionen planen oder auf vielen anderen Wegen ihre radikale Kritik an den Verhältnissen ausdrücken. Die Interviewten gehören verschiedenen linken Bewegungen an. Sie blicken auf ihr Leben und erzählen, wie alles angefangen hat, woran sie verzweifelt sind, wie sie mit Frust umgehen oder was sie ermutigt weiterzumachen. Rehzi Malzahn publiziert seit einigen Jahren Texte zu linksradikalen Themen. Die Blogseite rehzimalzahn. blogsport.eu soll einen Austausch über die Lesungen hinaus ermöglichen und so das Anliegen des Buches im Internet fortsetzen.